Reise-Journal
Utah - das geheime Highlight eines jeden USA Roadtrips, eine Reiseempfehlung

Utah - das geheime Highlight eines jeden USA Roadtrips, eine Reiseempfehlung

Eben erst selbst aus Utah zurückgekommen, möchte ich euch heute hier von meiner Rundreise im Westen der USA berichten. Während viele Reisende hauptsächlich die Westküste Kaliforniens abfahren, vielleicht einen Stop in Big Sur, San Francisco, Yosemite Nationalpark einlegen und vielleicht noch ein paar Tage am Lake Tahoe verbringen, ist der westlichste Punkt der Rundreise meist nur Las Vegas, der Grand Canyon und manchmal auch noch der äußerste Südwesten Utahs. Ist der Bundesstaat als Reiseziel bei Amerikanern und Kanadiern äußerst beliebt, haben viele das Potential Utahs hierzulande noch nicht erkannt. Im dünn besiedelten Utah erwarten euch wunderschöne Landschaften, Wüsten und Berge wie wir sie aus Wild West Filmen kennen. Endlose, kerzengerade Straßen enden am Horizont und gehören meist euch ganz allein. Leeren Weiten die trotzdem über eine sehr guten Infrastruktur verfügen eignen sich besonders für einen Roadtrip im Camper oder mit einem Zelt.

Nachstehend gibt's neben einer Einführung zum Land eine Übersicht der schönsten Nationalparks, National Monuments und National Forests von Ost nach West. Diese konzentrieren sich alle im Süden des Landes. Tagesaktuell und passend dazu auch die Ankündigung Trumps, die Förderungen und die Größen der Schutzzonen in Utah stark einzugrenzen. Es wird also Zeit Utah einen Besuch abzustatten, bevor es vielleicht doch schon zu spät ist.


Inhalt


Utah - eine Einführung

Der recht junge Staat zählt mit nur 36 Einwohnern je km² zu den am dünnsten besiedelten Landstrichen der USA. Rund 3 Millionen Einwohner verteilen sie etwa auf einer Fläche dreimal so groß wie Bayern. Gegründet wurde Utah erst 1896 von Mormonen, die aus den den östlichen Landesteilen der USA vertrieben wurden. Als neuer Bundesstaat der USA musste Utah die Polygamie offiziell abschaffen, Coca Cola war lange Zeit im Land verboten. Wurde die Hauptstadt Salt Lake City mitten im nirgendwo gegründet zählt Utah heute zu den reicheren Staaten der USA und brilliert mit einer der niedrigsten Arbeitslosenquote im Land. Rund 60% der Bevölkerung sind Mormonen, heutzutage spürt davon recht wenig, einzig allein wird man durch die strengen Drogen- und Alkoholgesetzte wieder ab und zu daran erinnert.


Salt Lake City

Salt Lake City ist die Hauptstadt Utahs und 80% der Bevölkerung leben in der Metropolregion. Direkt im Zentrum befindet sich der Mormonen-Tempel und ein Park mit Museen, die die Geschichte der Mormonen zeigen sollen. Der Eintritt ist gratis, dafür versuchen fleißige junge Frauen einen für die Religion zu begeistern. Diese beherrschen natürlich mehrere Sprachen fließend, die Sprachunis in Utah gehören zu den besten in den USA und das hat auch einen Grund. Mormonen werden angehalten Sprachen zu lernen um im Ausland erfolgreich zu missionieren. Erste Erfolge gibt es schon, die Religion von Joseph Smith hat auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Vom Tempel im Herzen der Stadt, zu dem leider nur Mormonen Zutritt haben, führen die wichtigen Verkehrsstraßen in alle Himmelsrichtungen. Direkt dahinter befindet sich die Mormonen-Bank. Da Mormonen sich verpflichten einen Teil ihres Gehalts abzutreten, gehört diese Bank zu den reichsten und einflussreichsten der USA.

Salt Lake City eignet sich perfekt als Ausgangspunkt, hier kann man nochmal für den späteren Roadtrip aufstocken. Östlich der Stadt erheben sich die Berge, sie sind bekannter Wintersportort. Die vielen Seen laden zur warmen Jahreszeit zum Schwimmen und Campen ein. Westlich der Stadt breitet sich der Great Salt Lake aus, die Halbinsel Antelope Island ist beliebtes Ausflugsziel.

salt lake city utah

Hotel-Beispiel

Unser Tipp: In der Umgebung von Salt Lake City gibt es zahlreiche Campingmöglichkeiten. Campingplätze gibt es da schon für 10-30$.


Arches Nationalpark

Der berühmteste Park Utahs befindet sich weit im Osten des Landes an der Grenze zum liberalen Colorado. Hier steht auch der berühmteste Steinbogen, der viele Autokennzeichen in Utah schmückt: Delicate Arch (s. Titelbild). Typisch USA fährt man hier mit dem Auto durch den Park, entlang der Straßen gibt es diverse Stops mit krassen Felsformationen und Infos zu Flora und Fauna.

Ausgangspunkt ist die hippe Stadt Moab. Neben Restaurants und Supermärkten gibt es hier auch zahlreiche nette Cafés und sogar eine lokale Micro Brewery.

Hotel-Beispiel

Unser Tipp: Außerhalb von Moab gibt es zahlreiche Zeltplätze, die ihr teilweise auf recreation.gov reservieren könnt. Oft funktionieren sie nach dem Prinzip first come first serve, bezahlt wird mit einem Umschlag, der in eine metallene Box (iron ranger) geworfen wird. Zeltplätze sind limitiert und werden als solche auch ausgewiesen.


Canyonlands Nationalpark

Der Canyonlands Nationalpark gliedert sich in drei Teile, die durch einen tiefen Canyon voneinander getrennt sind. Die leicht zugängliche Island in the Sky im Norden gehört zu den meistbesuchtesten Teilen des Parks. The Maze im Westen ist kaum besucht und auch schwer zugänglich. Autoversicherungen haften hier bei Schäden z.T. nicht, man sollte bei einem Besuch auf alles vorbereitet sein und beachten, dass einem bei Pannen nicht geholfen werden kann. Hier kam es auch zu dem Unfall, als sich ein eingeklemmter Bergsteiger nur durch Selbstamputation der Hand aus seiner Misere befreien konnte. Die unglaubliche Geschichte wurde im Film 127 Hours verfilmt.

Unser Tipp ist der südliche Teil des Parks, The Needles. Felsformationen ragen wie Nadeln in den Himmel. Nachdem man im Park Office gegen Gebühr eine Genehmigung zum Wildnis-Camping (backcountry pass) abgeholt hat, kann man sich in die wilde Natur begeben und dort an ausgewiesenen Plätzen zelten. Unbedingt ausreichend Wasser mitbringen. Viele Wanderwege mitten durch die beeindruckende Landschaften führen euch zu Steinbögen, wie dem Druid Arch und dem Angel Arch.

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Sonnenaufgang in The Needles

Unser Tipp: Im Nationalpark selbst gibt es zahlreiche Campingplätze und auch viele, teilweise kostenlose Plätze vor dem Eingang zum Park.


Goblin Valley State Park

Gerade mal 12 km² misst der Goblin State Park, er hat aber auf der kleinen Fläche viel zu bieten. Zu der Hauptattraktion gehören die pilzförmigen Steinpyramiden (hoodoo rocks), die an eine Marslandschaft erinnern. Hier machen nur wenige halt, ich würde einen Stop jedoch mehr als empfehlen. Nur 6 Kilometer vom Park befindet sich der beeindruckende Little Whitehorse Canyon, dieser kann bewandert werden. Er steht dem allseits bekannten und überlaufenen Antelope Canyon in Arizona in Sachen Schönheit nichts nach. Hier drehten The Killers ein Musikvideo, der Film Galaxy Quest wurde auch hier gedreht.

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Hoodoo rocks

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Little Whitehorse Canyon

Unser Tipp: Direkt im Park gibt es einen Campingplatz mit Sanitäranlagen und Feuerstellen.


Capitol Reef National Park

Nur 60 Meilen westlich vom Goblin Valley State Park befindet sich dieser beeindruckende Nationalpark. Der Name Capitol Reef soll an die Riff-artigen Berghänge erinnern. Zu den Besonderheiten gehören hier die Orchards, das sind Obstplantagen, an denen sich jeder kostenlos bedienen darf, vorausgesetzt die Früchte werden direkt vor Ort verzehrt.

Unser Tipp: Untypisch für Nationalparks und was einen Besuch hier zu einem besonderen Erlebnis macht ist die Möglichkeit kostenlos backcountry permits zu beantragen. Mit diesen kann man wahllos und fast ohne Einschränkung im gesamten Parkgebiet zelten.

capitol reef national park


Grand Staircase-Escalante National Monument

Südlich vom Capitol Reef Nationalpark befindet sich dieses National Monument, das erst in den 90er Jahren von Bill Clinton als solches deklariert wurde. Leider ist es eines der ersten Schutzgebiete, dass durch die Pläne von Trump drastisch reduziert werden soll. Beeindruckend sind hier die Schichtstufenlandschaften und die treppenförmigen Berge. Vor Ort gibt es drei Besucherzentren.


Bryce Canyon National Park

Hierher kommt man wegen den farbigen Felspyramiden, von denen es wirklich viele gibt! Sie können eine Höhe von bis zu 60m erreichen. Obwohl Canyon im Namen wurde die Senke hier nicht von einem Fluss gebildet, das harsche Klima hat die Felsformationen im Laufe der Jahrtausende gebildet. Im Park selbst gibt es zahlreiche Campingplätze. Da jährlich über eine Million Besucher den Park "stürmen" ist eine Reservierung eines Zeltplatzes unbedingt erforderlich.

bryce canyon national park


Dixie Nation Forest

Der Dixie Nationalpark gehört zusammen mit Zion zu den beliebtesten Nationalparks in Utah. Das liegt insbesondere an der Nähe zu Las Vegas, denn viele kommen für einen Kurztrip hier her. Die Landschaft ist auch wirklich beeindruckend, neben Wäldern findet ihr hier alle Vegetationsarten vor, so weißt auch das Klima Extremen auf: Im Sommer kann es in den Ebenen mit 40° richtig heißt werden, im Winter kann es auf den Bergen schon mal -30° geben.

dixie national forest utah

Unser Tipp: Zeltplätze sollten bereits vorab reserviert werden.


Zion Nationalpark

Zion ist sicherlich der bekannteste und meistbesuchte Park in Utah. Der tiefe Canyon ist mehr als beeindruckend, Wüsten, Täler, subalpine Ebenen wechseln sich hier ab und sind Zuhause von einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen. 240 Kilometer Wanderwege führen durch den Park und machen ihn damit bestimmt zu einem Highlight jeder Utah Reise.

zion nationalpark utah national park


Weitere Ziele in Utah

  • Glen Canyon
  • Dead Horse Point State Park
  • Fishlake National Forest

Weitere Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Umgebung

  • Grand Canyon Nationalpark, Arizona
  • Antelope Canyon, Arizona

antelope canyon arizona usa

  • Monument Valley, Arizona

monument valley arizona utah usa


Nützliche Tipps und Hinweise

Camping und Zelten

Da es oft gar keine Alternativen gibt, kommen viele mit Camper oder Zelt nach Utah. Dabei unterscheiden sich die Campingplätze, oft gibt es Sanitäranlagen und Duschen, manchmal sind die Plätze rudimentär und nur mit Dixi Toiletten ausgestattet. Bei den Campingplätzen gibt es grundsätzlich zu unterscheiden, ob es sich um einen Nationalpark, einen State Park, einem BML Land oder einem National Forest handelt. Nachstehend die Erklärung der einzelnen Landarten:

Nationalparks: Sie unterliegen dem Innenministerium und Fokus liegt auf die Konservierung. Campingplätze sind hier sehr gut ausgestattet aber auch verhältnismäßig teuer. Es sollte vorab auf recreation.gov ein Platz reserviert werden.

National Monuments: Werden nicht vom Kongress als solche deklariert sondern direkt vom Präsidenten. Sie haben einen besonderen historischen oder kulturellen Wert. Zeltplätze könne auch auf recreation.gov reserviert werden.

National Forests: Unterliegen dem forest service und somit dem Landwirtschaftsministerium, oft kann hier kostenlos und wild gezeltet werden. Gegen Bezahlung gibt's ausgestattete Campingplätze, Reservierung sind auf recreation.gov möglich.

BML Land: Dieses Land gehört dem Bureau of Land Management. Es gibt tausende, ausgewiesene Zeltplätze, die z.T. kostenlos sind oder nur eine geringe Gebühr verlangen. Die entsprechende Gebühr muss in einem Umschlag in den hierfür vorgesehenen "Iron Ranger" geworfen werden. Auf BML Land kann grundsätzlich wild gezeltet werden und das gratis! Falls eine Reservierung möglich ist kann diese ebenfalls auf recreation.gov erfolgen.

State Parks: Werden vom jeweiligen Bundesstaat reguliert und Gebühren sind auf Bundesstaaten-Ebene festgesetzt. Campingplätze in den State Parks sind meist sehr gut ausgestattet und verfügen über eine Feuerstelle, Duschen und Sanitäranlagen.

Eintritte

National Forests sind grundsätzlich kostenlos, Eintritte für State Parks, National Monuments und Nationalparks können sich schon schnell mal summieren. Eintritt wird pro Fahrzeug bezahlt, bei Besuch von 2 oder mehreren State Parks in Utah rentiert sich schon mal der Jahrespass für 75$. Gleiches gilt auch für die Nationalparks/National Monuments. Der Jahrespass für alle Nationalparks & National Monuments der USA kostet 80$.

Wetter

Das Wetter kann in Utah wie die Landschaften kaum unterschiedlicher sein. Sommer können sehr heiß und trocken sein, die Winter bringen Kälte und Schnee. Grundsätzlich kann man Utah das ganze Jahr über besuchen, wir empfehlen aber eine Reise von Frühjahr bis Herbst.


Anreise & Mietwagen

Camping und Zelten

Flüge

Günstige Flüge nach Salt Lake City gibt es leider selten, da der Flughafen nicht so oft angeflogen wird. Schnäppchen ab Österreich gibt es aber immer wieder an die Westküste nach San Francisco oder Los Angeles, von wo man mit dem Mietwagen aufbrechen kann, oder einen günstigen Inlandsflug buchen kann. Erst vor kurzem gab es ein Angebot von Air France und solche Deals kommen eigentlich immer wieder, bei uns werdet ihr natürlich immer als erste darüber informiert!

Mietwagen

Ein Mietwagen ist für jede USA Reise unabdingbar. Insbesondere in Utah gibt es kaum öffentliche Verkehrsmittel zwischen den Parks. Für zwei Wochen im März findet ihr beispielsweise schon Angebote für 371€ ab Salt Lake City.

Einreise: Beachtet bitte, dass ihr vor Einreise in die USA bereits eine elektronische Einreisegenehmigung beantragen müsst (Esta).

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