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Coronavirus - Was Reisende beachten sollten

Ein Deal von , 10. Feb. 2020 13.15 Uhr

Die Meldungen um den Coronavirus reißen nicht ab, die Zahl der infizierten Menschen steigt weiter an. Auch der Reisemarkt ist von der Ausbreitung des Coronavirus, einer Lungenkrankheit, betroffen. Airlines canceln Flüge, Menschen in Hotels werden unter Quarantäne gestellt, Reedereien ändern ihre Routen und Reisende dürfen nicht mehr in bestimmte Länder einreisen.

Bei euch steht in Zukunft ein Flug, eine Pauschalreise oder eine Kreuzfahrt in einer vom Coronavirus stärker betroffenen Region bevor? Wir haben für euch alle Infos & Tipps zusammengetragen, die ihr wissen solltet, wenn ihr in naher Zukunft eine Reise geplant habt.

Flugreisen - was muss ich wegen des Coronavirus bedenken?

Besonders betroffen sind die Flugverbindungen Richtung Asien. Zum einen, weil viele Länder Direktverbindungen nach China behördlich verboten oder die Fluggesellschaften Strecken von sich aus gestrichen haben. Austrian setzt ihre Flüge nach Peking und Shanghai bis Ende März aus.

Chinesische Airlines dürfen Österreich, anders als Italien, zwar weiterhin ansteuern, haben aber ebenfalls die Kapazitäten auf einigen Strecken heruntergefahren. Air China fliegt weiterhin nach Peking, China Southern haben jedoch ihrerseits Flüge von/nach Österreich gestrichen.

Betroffen sind allerdings nicht nur Reisen nach China selbst, sondern auch in andere Länder Asiens, wenn die Flugverbindung über China gebucht ist. Denn in einigen Regionen dürft ihr selbst dann nicht einreisen, wenn ihr in China nur umgestiegen seid und den Transferbereich des Flughafens nicht verlassen habt.Wir haben die häufigsten Fragen dazu zusammengefasst und beantwortet.

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Kann ich meine Flüge nach China oder in andere asiatische Länder stornieren?

Checkt am besten zuerst, ob eure gebuchte Verbindung noch bei der Airline aktiv ist. Loggt euch dazu mit dem Buchungscode auf der Website der Fluggesellschaft ein. Flüge nach China könnt ihr aktuell bei so gut wie allen Gesellschaften gebührenfrei stornieren lassen - falls sie nicht ohnehin eingestellt wurden. Für Hongkong oder Macau gilt das möglicherweise nicht bei allen Airlines.

Bei Flügen in andere asiatische Länder hängt es von der gebuchten Verbindung und den jeweiligen Einreisebedingungen ab. Flüge ohne Umstieg in China könnt ihr in der Regel nur im Rahmen der normalen Ticketbedingungen stornieren. Bei den günstigsten Tarifen bekommt ihr meist nur Steuern und Gebühren erstattet.

Habt ihr dagegen eine Umsteigeverbindung über China gebucht, hängt es in erster Linie davon ab, ob ihr trotz des Stopps noch in euer Reiseziel einreisen dürft. Geht das nicht, könnt ihr gebührenfrei stornieren. Sind die Flüge im Rahmen einer Pauschalreise gebucht, ist der Veranstalter euer Ansprechpartner. Die Branchengrößen sind aktuell recht kulant. Reisen nach China wurden von den meisten ohnehin abgesagt. Für Reisen zu anderen asiatischen Zielen kontaktiert euren Reiseveranstalter, häufig bieten diese Umbuchungen in ein anderes Urlaubsland an.

Kann ich meine Flüge nach China oder in andere asiatische Länder umbuchen?

Auch hier sind die Fluglinien aktuell recht kulant, auch wenn es sicher etwas Geduld von eurer Seite verlangt, bis man den jeweiligen Kundendienst erreicht hat. Eine Umbuchung auf einen späteren Zeitpunkt ist natürlich schwierig, da aktuell nicht absehbar ist, wie sich die Situation weiter entwickelt. In dem Fall ist es besser zu stornieren und später neu zu buchen.

Wenn ihr den Urlaub antreten wollt, aber die ursprünglich gebuchte Verbindung nicht mehr funktioniert wegen der Einreisebedingungen oder behördlichen Anweisungen, solltet ihr die Fluggesellschaft am besten schon mit einer Alternativ-Verbindung innerhalb der gleichen Allianz im Hinterkopf kontaktieren. Die Chancen stehen recht gut, dass ihr auf eine nicht betroffene Partnerairline umgebucht werdet.

Bei Flügen im Rahmen von Pauschalreisen liegt die Verantwortung beim Reiseveranstalter.

Wer kommt für die Kosten vor Ort auf, wenn ich meine Flüge nicht mehr antreten kann?

Habt ihr Flüge und weitere Leistungen getrennt gebucht, seid ihr zunächst einmal selbst in der Verantwortung. Eine Situation wie diese fällt in den Bereich "Höhere Gewalt". Wollt ihr die Reise nicht antreten, solltet ihr alle Buchungen vor Ort schnellst möglich kontaktieren und um gebührenfreie Stornierung bitten.

Erfahrungsgemäß reagieren gerade Unterkünfte recht kulant. Vor allem, wenn ihr eine Reise zu einem späteren Zeitpunkt in Aussicht stellt. Sollte eine Stornierung nicht möglich sein bzw. nur zu hohen Kosten, achtet darauf, dass ihr zumindest den Anteil an Steuern und Gebühren oder für das Frühstück einfordert, wenn es schon bezahlt wurde.

Wenn ihr die Reise antreten wollt, solltet ihr bei der Fluggesellschaft beharrlich eine Umbuchung einfordern. Das gilt vor allem, wenn eure Flüge sehr günstig waren und ihr bei Neubuchung jetzt deutlich mehr zahlen müsstet. Auch hier gilt, dass ihr euch vorab Gedanken um mögliche Alternativen machen solltet, bevor ihr die Airline kontaktiert.

Kreuzfahrten in Asien - was muss ich beachten?

Viele Menschen auf engem Raum: Besonders auf Kreuzfahrtschiffen gilt die Ausbreitungsgefahr des Coronavirus als erhöht, denn es sind oft tausende Menschen aus aller Welt an Bord. Um ihre Gäste zu schützen, ergreifen die Kreuzfahrtunternehmen verschiedene Vorsichtsmaßnahmen.

Ihr fragt euch, ob ihr eure Kreuzfahrt stornieren könnt oder ob eure Reise stattfindet? Wir haben wichtige Informationen zusammengefasst:

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Welche Schutzmaßnahmen ergreifen die Reedereien?

Unabhängig von den Schutzmaßnahmen der Kreuzfahrt-Reedereien, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat auch der Kreuzfahrtverband CLIA Maßnahmen getroffen. So dürfen Reedereien keine Passagiere oder Besatzungsmitglieder mit an Bord nehmen, die sich in den vergangenen zwei Wochen auf dem chinesischen Festland aufgehalten haben, weiterhin sollten laut CLIA Routen geändert oder sogar gänzlich gestrichen werden.

AIDA Cruises

Letzteres setzte AIDA Cruises um und gab kürzlich bekannt, ihre Asien- und Australiensaison vorzeitig zu beenden. Betroffen sind davon die Schiffe AIDAvita und AIDAbella, die noch bis Mitte bzw. Ende April im asiatischen Raum unterwegs gewesen wären. Betroffene Kunden, deren Reise abgesagt wurde, bekommen den vollen Reisepreis zurückerstattet, zudem erhalten sie bei einer Neubuchung 100€ Bordguthaben pro Vollzahler. Als Alternative sollen beide Schiffe demnächst im europäischen Raum zusätzliche Routen anbieten.

TUI Cruises

Auch TUI Cruises möchte den Empfehlungen des CLIA folgen: Reisende, die in den 14 Tagen vor Reiseantritt in China waren oder chinesische Flughäfen als Transit genutzt haben, dürfen aktuell nicht mitreisen. Auch, wer 28 Tage vor Antritt der Reise mit Personen Kontakt hatten, die positiv auf den Virus getestet wurden, darf nicht an Bord. An Bord selbst wurden verschiedene zusätzliche Hygiene-Maßnahmen eingeführt.

Costa

Die Kreuzfahrt-Reederei Costa hat Kreuzfahrten abgesagt, die ab chinesischen Häfen starten sollten, andere Routen angepasst. Zudem sollen Passagiere, die bei Costa an Bord gehen, einen Fragebogen zum Gesundheitszustand ausfüllen. Personen, die in den zwei Wochen vor Start der Kreuzfahrt in China waren, dürfen nicht mitreisen. Reisende, die Fieber, Schüttelfrost oder andere Anzeichen einer Corona-Erkrankung aufweisen, wird die Mitreise verweigert.

MSC Cruises

Neben den Vorsorgemaßnahmen, beispielsweise, dass Reisende mit einem Aufenthalt in China, der nicht länger als 14 Tage her ist, nicht an Bord von MSC Schiffen dürfen, wird die Temperatur der Passagiere mithilfe eines Wärmescans gemessen - liegt die Temperatur eines Reisenden bei über 38 Grad, wird die Mitreise verweigert. Verschiedene Routen wurden aktualisiert.

Pauschalreisen nach Asien - was passiert mit gebuchten Reisen?

Nicht nur in China, auch in anderen Ländern breitet sich der Coronavirus weiter aus. Auch verschiedene Pauschalreise-Veranstalter treffen aufgrund dessen Vorsichtsmaßnahmen, bieten die Möglichkeit der Umbuchung oder Stornierung von Reisen nach Asien an. Was Reisende jetzt wissen müssen:

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Was ist bei China-Reisen zu beachten?

Die Reisewarnung des BMEIA hat nach wie vor Bestand und betrifft insbesondere die Provinz Hubei mit der Stadt Wuhan. Doch auch von Reisen in weitere Regionen des Landes wird abgeraten - mit Ausnahme von Macau und Hongkong. Doch wird es ohnehin schwierig für Urlauber, aktuell nach China zu reisen: Viele Airlines haben ihre Flüge in das Land bereits bis Ende März eingestellt, Reiseveranstalter die reisen eigenständig storniert.

Was ist bei Asien-Reisen zu beachten?

Grundsätzlich besteht ein Recht auf Stornierung einer Pauschalreise nur, wenn eine aktuelle Reisewarnung durch das Außenministerium besteht. Trotzdem zeigen sich aktuell viele Reiseveranstalter kulant: TUI beispielsweise bietet seinen Kunden spezielle Umbuchungs- und Stornierungsmöglichkeiten an, handelt es sich um Asien-Reisen - seid ihr euch nicht sicher, wie es euer Reiseveranstalter handhabt, könnt ihr bei diesem nachhaken.

Coronavirus - Mehr Informationen

Ihr wollt euch ein Bild über die aktuellen Zahlen des Coronavirus machen. Dann empfehlen wir euch, die aktuellen Fallzahlen bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nachzulesen. Auf der Internetseite der WHO könnt ihr sehen, wie viele menschen weltweit vom Coronavirus betroffen sind und in welchen Regionen der Erde die Zahlen alarmierend sind.

Wer sich über die empfohlenen Infektionsschutzmaßnahmen des Virus informieren möchte oder mehr über die Epidemie erfahren will, kann mehr dazu auf der Internetpräsenz des Robert-Koch-Instituts lesen.

Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise für Reisen nach China findet ihr auf der Seite vom BMEIA. Dort könnt ihr auch in Erfahrung bringen, ob die aktuelle Teilreisewarnung noch besteht.

Auch der ORF hat eine nützliche Info Seite zum Coronavirus bereitgestellt.

Welche Vorkehrungen kann ich treffen, um mich vor dem Coronavirus zu schützen?

Nicht aus dem Haus zu gehen - das dürfte für die wenigsten von uns eine umsetzbare Option sein. Auf Reisen zu verzichten, Veranstaltungen, Messen, Konzerte, Kongresse, Meetings oder Partys zu meiden, ist je nach Job und Freizeitverhalten schon einfacher für den einen oder anderen.

Aber ähnlich wie bei einer normalen Grippe findet auch beim Coronavirus die Übertragung über Tröpfchen statt. Also beim Niesen, Husten, Schwitzen, Berühren, Küssen usw. Und genau wie jedes Jahr zur Grippesaison, liegt der wirksamste Schutz gegen Ansteckung darin, sich regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife zu waschen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich in der Apotheke spezielle Desinfektionsmittel gegen Viren besorgen, wie sie in Krankenhäusern verwendet werden. Achtung vor einfachen Mitteln aus dem Supermarkt oder der Drogeriekette, diese sind oft nicht wirksam gegen Viren. Auch die Gesichtsmaske bringt vorbeugend kaum etwas.

Wie schütze ich mich auf Reisen vor dem Coronavirus?

Auf Reisen ist man natürlich anfälliger als zu Hause: Toiletten, Türklinken, Fingerabdruck-Scanner, Wasserspender - die Gefahren können überall lauern. Auch, wenn man den Überträger persönlich nicht zu Gesicht bekommt.

Auch hier gilt: Wo ihr es vermeiden könnt, fasst nichts an. Türen lassen sich meist auch mit dem Ellenbogen aufdrücken, statt Wasserspender zu nutzen, nehmt aktuell vielleicht lieber etwas Geld in die Hand und kauft eine Flasche Wasser. Und auf Essen vom Buffet eventuell verzichten und lieber etwas Eingepacktes kaufen.

Doch in Panik zu geraten, bringt aktuell auch nichts. Nicht jede schniefende Nase ist ein Virenherd, nicht jeder Husten birgt Gesundheitsrisiken. Hinzu kommt, dass durch den milden Winter auch schon die ersten Allergiker wieder Symptome ausweisen, doch eine Ansteckungsgefahr besteht in diesen Fällen ja nicht.

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