Am Ende der Welt: Die zauberhaften Weiten Patagoniens

Ein Deal von , 5. Apr. 2017 15.25 Uhr

Ahoi Piraten!

Bestimmt habt ihr bei uns auf der Seite schon das ein oder andere Mal ein Flugangebot nach Ushuaia entdeckt, habt aber nicht wirklich einen Plan gehabt, wo das genau ist bzw. was man dort eigentlich machen kann. Wir haben diese Flüge gebucht und uns für euch vor Ort auf Entdeckungstour gegeben.

In diesem kleinen Tripreport wollen wir euch einen Einblick in die zauberhafte Welt Patagoniens geben und was wir auf unserem 9-tägigen Trip so alles gesehen haben.

Zur Veranschaulichung eine Karte Argentiniens mit den besuchten Städten.

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© OpenStreetMap-Mitwirkende


Flüge

Von Zeit zu Zeit bietet die südamerikanische Fluggesellschaft Latam (die Fluglinien Lan & Tam sind fusioniert) günstige Preise ans Ende der Welt, am preiswertesten meist ab Frankfurt bzw. Mailand. Von dort aus führen die Flüge über Sao Paulo und Buenos Aires nach Patagonien. Je nach Tarifregeln könnt ihr so nicht nur nach Ushuaia, sondern wie wir auch nach El Calafate fliegen. Mitte letzten Jahres etwa gab es Hin- & Rückflüge nach Ushuaia schon ab 561€.

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Am Stadtflughafen von Buenos Aires

Buenos Aires

Aufgrund unserer Flugplanung hatten wir einen ganzen Tag in Buenos Aires zur Verfügung. Wir landeten und starteten auch wieder vom Stadtflughafen AEP-Aeroparque (der größere Flughafen EZE-Ezeiza ist etwas außerhalb), weshalb wir uns für eine Unterkunft in dessen Nähe entschieden hatten, und zwar das "Alta Piazza".

Die Einreise in Argentinien ist relativ unkompliziert, Spanischkenntnisse sind durchwegs empfehlenswert, ein Ausdruck der Reiseunterlagen bzw. der Hotelreservierungen kann hilfreich sein. Vom Flughafen Aeroparque seid ihr in Windeseile im Zentrum von Buenos Aires.

Ein besonderes Kunstwerk im Park der Vereinten Nationen ist die "Floralis Genérica", eine Metallblume die ihre Blüte öffnen und schließen kann. Der Park ist kostenlos zugänglich und um die Blume herum gibt es mehrere gemütliche Liegen, perfekt um Sonne zu tanken.

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Floralis Genérica

Nur wenige Schritte davon entfernt befindet sich der berühmte Friedhof "La Recoleta", der für die zahlreichen teils sehr prunkvollen Mausoleen bekannt ist. Auch hier zahlt ihr keinen Eintritt. Wie ihr euch denken könnt, sind hier vornehmlich Menschen bestattet die genügend Kleingeld hatten, außerdem auch argentinische Persönlichkeiten sowie ehemalige Präsidenten.

Auch hier ist der Eintritt kostenlos, ihr solltet euch den besonderen Charme hier keinesfalls entgehen lassen.

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Falls ihr genügend Zeit habt, könnt ihr auch noch den Stadtteil La Boca besichtigen. Mit seinen unzähligen bunten Häusern ist er ein beliebtes Fotomotiv. Es wurde schon öfter vor Kleinkriminalität berichtet, die Augen sollte man aber sowieso überall offen halten.

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Highlight war Diego Maradona der sich mit unserem Papagei ablichten liess.

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El Calafate - Perito Moreno

Der Flughafen von El Calafate wurde erst kürzlich renoviert, was man ihm auch anmerkt. Hier angekommen habt ihr mehrere Möglichkeiten um ins Stadtzentrum zu kommen. Am einfachsten erkundigt ihr euch bei eurer Unterkunft ob ein Transfer angeboten wird. Falls nicht gibt´s vom Flughafen ein Taxi zum Fixpreis (teuer! - 480 ARS = ca. 30€), oder kleine Sammelbusse, die euch deutlich günstiger in die Stadt bringen.

In der Stadt angelangt stehen euch in unzähligen Reisebüros diverse Ausflüge zur Auswahl. Ganz wichtig: Nehmt nicht gleich das erstbeste Angebot, sondern vergleicht etwas die Preise, bzw. verhandelt. Wenn ihr nicht gerade zwischen Dezember & Februar reist stehen die Chancen relativ gut einen Rabatt auszuhandeln.

In unseren 3 Tagen vor Ort haben wir uns für 2 Ausflüge entschieden: Einen Nachmittags-Ausflug zum berühmten Perito-Moreno Gletscher, sowie einen Tagestrip zur Estancia Cristina & dem Upsala Gletscher. Doch gleich einmal vorweg: Die Ausflüge bzw. Eintritte in die Nationalparks sind kein günstiges Unterfangen.

Für den Perito-Moreno Gletscher habt ihr mehrere Möglichkeiten, so könnt ihr dort zum Beispiel auch eine Bootstour machen. Wir haben uns für den Bustransfer (400 ARS = ca. 25€) entschieden, der einem nach oben zum Aussichtspunkt bringt, von wo man dann auf angelegten Wegen wandern kann. Der Eintritt in den Nationalpark ist zusätzlich zu zahlen und beträgt stolze 500 ARS (ca. 30€). Schon ein stolzes Sümmchen, wenn man vor Ort allerdings die angelegten Wege sieht, ist der Preis durchwegs verständlich und wird mit einem traumhaften Ausblick belohnt. Es gibt hier auch noch als Option eine Bootsfahrt zu buchen, wir empfehlen euch allerdings nur den Wanderweg ohne Schiff.

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Perito Moreno Gletscher - teilweise bis zu 70 Meter hoch

Unser Tagesausflug ging zum größeren Upsala Gletscher sowie der Estancia Cristina, welche von einer englischen Auswandererfamilie gegründet wurde. Frühmorgens gegen 7 Uhr wurden wir mit dem Bus vom Hotel abgeholt, welcher uns an die Bootsanlegestelle brachte. Mit dem Boot ging es von dort aus mehrere Stunden über den Lago Argentino, in einen Seitenarm, wo man den Upsala-Gletscher aus der Nähe bewundern kann.

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Sonnenaufgang am Lago Argentino kurz vor Abfahrt des Schiffs

Anschließend ging es weiter zur Estancia Cristina, wo wir auf Allrad-Fahrzeuge wechselten, welche uns durch eine mystische Landschaft bis wenige Kilometer vor den Aussichtspunkt beförderten.

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Interessante Brückenkonstruktion auf dem Weg Richtung Aussichtspunkt

Die letzten Meter müssen zu Fuß zurückgelegt werden, wobei es hier eine schnellere und eine langsame Gruppe gibt, erstere geht ein paar Meter weiter. Der mühsame Weg hoch wird allerdings durch einen traumhaften Ausblick auf den Gletscher belohnt, seht selbst:

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Blick auf den Upsala-Gletscher - rechts im Bild

Es war auf jeden Fall eine höchst interessante Tour, allerdings war diese mit knapp 180€ (inkl. Eintritt) auch die teuerste auf unserer Reise.

Ushuaia

Von El Calafate nach Ushuaia gehen täglich Flüge, falls ihr noch mehr in der Gegend besuchen wollt bzw. keine günstigen Flüge verfügbar sind gibt es auch Busse. Der Flughafen in Ushuaia ist ebenfalls relativ nahe an der Stadt. Hier gibt es keine Fixtarife, es wird ganz normal nach Taxometer verrechnet.

Auch in Ushuaia reihen sich am Hafen die Reisebüros aneinander, ebenso gilt aber auch bei diesen: Nicht den erstbesten nehmen, versucht etwas zu verhandeln. Uns wurde ohne großes Nachfragen ein Rabatt von 20% gewährt, am Boot selbst stellten wir dann fest dass die anderen Touristen wohl alle Normalpreis bezahlt haben, fragen hat sich also ausgezahlt ;)

Die Bootstour führte an zahlreichen Inseln vorbei bis zur Pinguininsel, wo es eine ordentliche Menge dieser niedlichen Tierchen zu bestaunen gab. Auf dem Weg dorthin wurden wir etwas überrascht, denn plötzlich waren um unseren Katamaran herum einige Wale zu entdecken, zwei kamen sogar ziemlich nahe heran.

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Oftmals bekommt man auf dem Weg auch zahlreiche Seelöwen und Kormorane zu Gesicht.

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Seelöwen und Kormorane, links im Bild ist auch noch der Leuchtturm zu erkennen

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Pinguine soweit das Auge reicht

In Ushuaia gibt es auch einen Flug-Club, welcher Rundflüge über die Stadt & die Meerenge anbietet. Wir haben uns entschieden eine halbstündige Tour zu machen, welche mit 95$ pro Person zwar nicht ganz günstig war, der Ausblick aber von oben ist sensationell. Es stehen folgende Möglichkeiten zur Auswahl (bei jew. 2 Personen pro Person):

  • 15 Minuten 55 USD
  • 30 Minuten 95 USD
  • 60 Minuten 155 USD

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Natürlich besuchten wir auch den Nationalpark "Tierra del Fuego", allerdings wurde auch hier für Anreise und Eintritt wieder ordentlich hingelangt: 400 ARS (ca. 24€) für Bus Hin- & Rückfahrt, sowie nochmals 350 ARS (ca. 21€) Eintritt in den Nationalpark. Dort gibt es auch den bekannten "Ende der Welt" Zug, allerdings wäre auch hier nochmals ein Aufpreis fällig gewesen weshalb wir uns dagegen entschieden.

Es gibt mehrere Wanderwege in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, je nachdem wieviel ihr gehen könnt/wollt.

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Nach einigen spannenden Tagen ging es dann via Buenos Aires und Sao Paulo wieder zurück nach Frankfurt.


Alles in allem war es eine echt schöne Reise, mit viel Natur wie aus dem Bilderbuch. Die Kosten vor Ort waren zwar etwas teurer als erhofft, falls ihr jedoch einmal die Möglichkeit haben solltet diesen Fleck Erde zu besuchen, solltet ihr sie nicht missen. Um etwas Geld zu sparen solltet ihr für die Ausflüge eure eigene Verpflegung mitnehmen, an den touristischen Stätten sind Essen & Getränke relativ teuer. Manche Touranbieter verlangen eine Gebühr für die Bezahlung mit Kreditkarte, manche nicht. Vergleicht also oder besorgt euch genügend Bargeld.

Ihr habt Fragen oder Tipps für Patagonien? Dann teilt sie gerne mit uns in den Kommentaren!

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